WKÖ-Klacska: Wichtiger Meilenstein am Brenner erreicht, weitere Schritte aber nötig

WIen (OTS) – „Mit dem Durchschlag bei beiden Haupttunnelröhren unter
der
Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien ist gestern ein
wichtiger Meilenstein erreicht worden. Denn der Brenner-Basistunnel
hat großes Potenzial und könnte den Alpentransit künftig entscheidend
entlasten“, begrüßt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte
Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), den
historischen Durchstoß. Allerdings ist es mit diesem noch lange nicht
getan: „Damit der Brenner-Basistunnel sein Potenzial als eines der
wichtigsten europäischen Infrastrukturprojekte voll entfalten kann,
muss auch die Arbeit an den Zulaufstrecken rasch und effizient
angegangen werden“, fordert Klacska.

Optimistisch stimmt ihn dabei, dass es beim Brenner-Nordzulauf
auf deutscher Seite zuletzt einen wichtigen Fortschritt gab: Die
zuständige DB InfraGO hat die Vorplanung abgeschlossen und eine
Vorzugstrasse festgelegt. „Damit sind die Voraussetzungen für die
Parlamentarische Befassung im Deutschen Bundestag geschaffen. Jetzt
geht es darum, dass der politische Prozess ohne zeitliche
Verzögerungen vorangeht“, so Klacska. Schließlich sei man im Zeitplan
ohnehin schon zurück. Statt wie ursprünglich vorgesehen 2017 soll der
Brenner-Basistunnel voraussichtlich 2032 fertiggestellt werden.

Es bedarf im Alpenraum dringend einer Alternative zum
Gütertransport auf der Straße, das zeigen auch die Zahlen: So hat der
LKW-Transit seit 1990 um rund 200 Prozent zugenommen. Ein Drittel
davon sind Umwegverkehre. „Mit dem Brenner-Basistunnel kann eine
wesentliche Entlastung für die Straße erreicht werden. Zudem wird er
kürzere Transportzeiten, verlässliche Abläufe und damit
Kostenvorteile für die Wirtschaft bringen“, sagt Klacska.

Allerdings brauche es nicht nur bei der Umsetzung Tempo, sondern
auch eine deutliche Erweiterung der Terminalkapazitäten sowie
technische Harmonisierungen und eine entsprechende Förderung der
Maßnahmen durch die Europäische Union. „Ansonsten dauert es bis 2050,
bis der Brenner-Basistunnel seine volle Leistungsfähigkeit erreicht“,
warnt der Bundesspartenobmann. (PWK363/DFS)