Venezuela: Jugend Eine Welt bittet weiter um Spenden zum Ausbau der Erdbebenhilfe

Wien/Caracas (OTS) – Drei Wochen nach den schweren Erdbeben in
Venezuela ist die
humanitäre Lage im Staat zwischen Anden und Karibik weiterhin äußerst
angespannt. Nach offiziellen Angaben von UN-OCHA, dem Amt der
Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten
kamen (Stand 11. Juli) mehr als 4.400 Menschen ums Leben, fast 17.000
wurden verletzt. Rund 18.000 Menschen verloren ihr Zuhause. Zudem
mehren sich aufgrund starker Regenfälle Krankheiten wie Durchfall,
Hepatitis, aber auch Malaria oder Denguefieber. Die österreichische
Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt startete unmittelbar nach
der Erdbebenkatastrophe umfassende Nothilfe-Maßnahmen. Wolfgang
Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator von Jugend Eine Welt und schon
vor den Erdbeben in Venezuela stationiert, unterstützt gemeinsam mit
lokalen Partnerorganisationen Betroffene in den Regionen La Guaira
und Caracas mit dringend benötigten Hilfsgütern.

Massive Schäden
„Die Erdbeben trafen eine Bevölkerung, die bereits zuvor mit
erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen
konfrontiert war. Zerstörte Wohnhäuser sowie massive Schäden an der
Wasser-, Strom-, Gesundheits- und Verkehrsinfrastruktur erschweren
die Versorgung der Menschen zusätzlich“ , schildert Wedan die
aktuelle Lage. Besonders betroffen sind die Regionen La Guaira an der
Karibikküste im Norden sowie der Großraum der Hauptstadt Caracas.
„Tausende Familien leben weiterhin in Notunterkünften oder
provisorischen Zeltsiedlungen. Während viele Schulen derzeit als
Unterschlupf dienen und deshalb für den Unterricht nicht zur
Verfügung stehen.“

Prekäre Lage für Familien
Der Mangel an Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, Medikamenten,
Hygieneartikeln und Gütern des täglichen Bedarfs verschärft die
ohnehin schon prekäre Lage der notleidenden Menschen. Gemeinsam mit
Partnern vor Ort verteilt Jugend Eine Welt Lebensmittelpakete,
Trinkwasser in Flaschen sowie Hygiene-Kits, die speziell auf die
Bedürfnisse von Frauen, Mädchen und Kindern abgestimmt sind und unter
anderem Windeln enthalten. Darüber hinaus finanziert Jugend Eine Welt
Freizeit- und Schul-Kits für betroffene Kinder. Diese helfen dabei,
den Wiedereinstieg in den Schulalltag zu erleichtern. Damit die Hilfe
rasch und zuverlässig bei den betroffenen Familien ankommt, übernimmt
Jugend Eine Welt außerdem sämtliche notwendigen Logistikkosten,
darunter Fahrzeugmieten, Treibstoff und Transporte. „Unser Ziel ist
es, den Familien in dieser schwierigen Situation möglichst schnell
Sicherheit und Stabilität zu geben“ , erklärt Wedan. „Mit den
Lebensmittel- und Hygienepaketen können wir Mütter mit Kindern einen
Monat lang versorgen. Gleichzeitig möchten wir Kindern durch Schul-
und Freizeit-Kits wieder ein Stück Normalität zurückgeben. Gerade
nach einer Katastrophe brauchen Kinder sichere Orte zum Lernen und
Spielen, um das Erlebte besser verarbeiten zu können.“

Angst vor Nachbeben
Dass die Folgen der Erdbeben weit über die sichtbaren Zerstörungen
hinausgehen, zeigte sich auch am vergangenen Freitag. Ein Nachbeben
der Stärke 3,9 löste erneut große Angst unter der Bevölkerung aus.
„Viele Menschen haben mittlerweile eine Erdbebenwarn-App auf ihrem
Smartphone installiert. Sobald der Alarm ertönt, laufen sie schreiend
ins Freie. Selbst dann, wenn ein Beben dieser Stärke kaum spürbar
ist. Diese Reaktionen zeigen aber, wie tief Angst und Traumatisierung
nach den Erdbeben sitzen“ , so Wedan.

Hilfe bleibt dringend notwendig
Neben der unmittelbaren Nothilfe (Fälle von Durchfallerkrankungen und
Hepatitis, Dengue Fieber, Malaria, Gelbfieber, Zika, Chikungunya- und
Oropouche-Fieber steigen aufgrund der starken Regenfälle im
Bebengebiet) werden nun zunehmend auch mittelfristige Maßnahmen
erforderlich. Viele Familien benötigen in weiterer Folge sichere
Unterkünfte, da Notquartiere und öffentliche Gebäude langfristig
keine Lösung darstellen. Gleichzeitig erschweren steigende Preise
aufgrund der galoppierenden Inflation (der Bolívar hat gegenüber dem
Euro innerhalb eines Monats um rund 20,7 % an Wert verloren),
eingeschränkte Transportmöglichkeiten und Einkommensverluste den
Wiederaufbau. Jugend Eine Welt begleitet die notleidenden Menschen in
den betroffenen Erdbeben-Regionen, gemeinsam mit seinen
Partnerorganisationen, auch in den kommenden Wochen. „Ziel ist es,
nicht nur die unmittelbare Not zu lindern, sondern den Familien eine
Perspektive für einen sicheren und selbstbestimmten Neuanfang zu
ermöglichen“ , erklärt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend
Eine Welt . „Ohne Unterstützung durch Spenden ist dies allerdings
nicht möglich. Daher bitte ich Sie: Helfen Sie weiterhin den
tausenden Erdbebenopfern in Venezuela.“

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!

Weiterführende Informationen zur Erdbeben-Nothilfe von Jugend
Eine Welt in Venezuela: www.jugendeinewelt.at/venezuela-nothilfe .

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