Tier- und Menschendrama in Amstetten: Tragödie zeigt dringenden Handlungsbedarf bei Prävention und Kontrolle

St. Pölten (OTS) – Die Bilder aus dem Bezirk Amstetten, wo auf einem
Mastbetrieb
hunderte Schweine qualvoll verhungerten, erschüttern zutiefst. Hinter
diesem unvorstellbaren Tierleid steht jedoch auch eine zutiefst
tragische menschliche Komponente: Ein Landwirt, der sich in einer
massiven psychischen Ausnahmesituation befand und mit der Situation
völlig allein gelassen wurde.

Für den Grünen Tierschutzsprecher im NÖ Landtag Dominic
Hörlezeder zeigt dieser Vorfall gravierende Lücken im System auf, die
dringend geschlossen werden müssen. „Es bricht einem das Herz, wenn
man sich vor Augen führt, welches Leid die Tiere über Wochen hinweg
in ihren Ställen ertragen mussten. Gleichzeitig müssen wir uns aber
auch fragen, wie ein Mensch derart in die Überforderung abrutschen
kann, ohne dass es jemand bemerkt. Dass dieses Drama monatelang
unentdeckt blieb, ist ein Warnsignal, das das Land Niederösterreich
nicht ignorieren darf“, betont Dominic Hörlezeder.

„Wir dürfen uns jetzt nicht in Schuldzuweisungen verlieren,
sondern müssen Strukturen schaffen, die so etwas in Zukunft
verhindern. Es braucht ein funktionierendes, engmaschiges
Frühwarnsystem – zum Schutz der Tiere und zum Schutz der
Landwirtinnen und Landwirte.“

Dominic Hörlezeder fordert rasche, lösungsorientierte Schritte
auf zwei Ebenen. Einerseits bedarf es einer deutlichen Aufstockung
und Verbesserung der Kontrollmechanismen. Es braucht regelmäßige
Überprüfungen durch geschultes Personal, das nicht nur formale
Checklisten abhakt, sondern auch ein Auge für das Tierwohl und den
tatsächlichen Zustand der Betriebe hat. Nur so können Missstände
erkannt werden, bevor sie in einer Katastrophe enden.

Andererseits nimmt Dominic Hörlezeder die landwirtschaftlichen
Vertretungen in die Pflicht: „Ein Landwirt in Not darf nicht durchs
System fallen. Wir benötigen bei der Landwirtschaftskammer dringend
niederschwellige Anlaufstellen für psychologische Betreuung und
Krisenintervention. Wer überfordert ist, muss Hilfe anfordern können,
ohne Stigmatisierung befürchten zu müssen.“ Abschließend appelliert
Dominic Hörlezeder an die zuständigen Stellen für Landwirtschaft und
Tierschutz der NÖ Landesregierung, bestehende Abläufe kritisch zu
hinterfragen: „Prävention muss Vorrang haben. Nur wenn wir Hinschauen
statt Wegsehen als oberstes Prinzip etablieren, können wir Mensch und
Tier in Zukunft vor solchen Dramen bewahren.“