Studie bestätigt: Österreichs Standort gerät bei Arbeitskosten zunehmend unter Druck

Wien (OTS) – Eine aktuelle Studie des deutschen gewerkschaftsnahen
Instituts für
Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bestätigt, dass der
heimische Wirtschaftsstandort deutlich an Wettbewerbsfähigkeit
verloren hat. Mit Arbeitskosten von 46,30 Euro pro Stunde zählt
Österreich mittlerweile zu den fünf teuersten Wirtschaftsstandorten
in der Europäischen Union. Die Arbeitskosten sind zudem zuletzt
stärker gestiegen als in Deutschland und im EU-Durchschnitt.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung der Lohnstückkosten,
also der Arbeitskosten im Verhältnis zur Produktivität. Laut IMK
verzeichnete Österreich in den Jahren 2023 bis 2025 mit
durchschnittlich 6,4 Prozent den stärksten Anstieg innerhalb der EU.
Auch im langfristigen Vergleich seit 2000 verzeichnet Österreich
gemeinsam mit den Niederlanden den höchsten Anstieg der
Lohnstückkosten.

„Die Studie zeigt deutlich, dass der Wirtschaftsstandort unter
Druck ist. Problematisch wird es, wenn die Kosten wesentlich
schneller steigen als die Produktivität. Genau das sehen wir in
Österreich“, betont Jochen Danninger, Generalsekretär der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Wenn wir Wertschöpfung,
Investitionen und Arbeitsplätze dauerhaft in Österreich halten
wollen, müssen wir gemeinsam an den Standortkosten arbeiten. Die
aktuelle IMK-Studie ist ein weiterer Weckruf: Österreich darf sich im
internationalen Wettbewerb nicht aus dem Markt preisen.“

Denn während die Arbeitskosten in Österreich im Jahr 2025 um 4,5
Prozent gestiegen sind, lag die Steigerung in Deutschland nur bei 3,4
Prozent. Damit vergrößert sich der Kostennachteil gegenüber unserem
wichtigsten Handelspartner und Mitbewerber weiter.

Energiekosten und Bürokratie belasten zusätzlich

Für ein exportorientiertes Land wie Österreich ist das besonders
problematisch. Die heimischen Unternehmen stehen nicht nur im
Wettbewerb mit Deutschland, sondern auch mit zahlreichen europäischen
und internationalen Standorten, deren Kosten deutlich niedriger sind.
Hohe Energiepreise, steigende Bürokratiekosten und die schwache
Konjunktur belasten die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich.

„Die angekündigte Senkung der Lohnnebenkosten ist absolut
notwendig. Sie muss nun rasch und konsequent umgesetzt werden und
darf keinesfalls durch neue Belastungsideen konterkariert werden“, so
Danninger. Deshalb kommt für die Wirtschaftskammer eine Erhöhung des
Arbeitgeberbeitrags zum Insolvenzentgeltfonds keinesfalls in Frage.

Denn, das zeigt die Studie deutlich: Österreich braucht dringend
Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Neben der
spürbaren Senkung der Lohnnebenkosten zählen dazu strukturelle
Reformen, welche die Produktivität und das Arbeitsangebot stärken,
sowie die Unternehmen konsequent von überbordender Bürokratie
entlasten. (PWK383)