St. Pölten (OTS) – Heute, Mittwoch, hatte der erste Cityjet
Doppelstockzug der ÖBB seine
Premierenfahrt auf der Strecke von Wien Hauptbahnhof zum Hauptbahnhof
Wiener Neustadt. In einer Pressekonferenz vor der Abfahrt sagte LH-
Stellvertreter Verkehrslandesrat Udo Landbauer: „Heute ist ein guter
Tag für die Pendler in Niederösterreich.“ Er betonte: „Unsere Pendler
haben zurecht den Anspruch, sicher, verlässlich, pünktlich und im
Idealfall auch komfortabel an ihrem Ziel anzukommen.“
Die neuen Cityjet Doppelstockzüge der ÖBB seien ein Meilenstein,
was den Komfort betreffe, so Landbauer, der an den Einsatz der ersten
Doppelstockzuggarnituren vor 30 Jahren erinnerte. „Seit 2010 wird von
Kapazitätserweiterung gesprochen – am heutigen Tag ist es endlich
geschafft und die Kapazitäten so erweitert, dass die Pendler gerade
auf stark belasteten Strecken wie der Südbahn, der Nordwestbahn und
der Nordbahn wieder mehr Verlässlichkeit erlangen“, so der Landesrat.
Minister Peter Hanke meinte: „Wenn wir über Mobilitäts-,
Energiewende und Klimaschutz sprechen, ist das immer gleichzusetzen
mit ÖBB.“ Der Bahnverkehr in Österreich sei einzigartig in Europa,
man zähle unter anderem die meistgefahrenen Bahnkilometer. „Die
aktuelle Investition zeigt: Bahnfahren hat Zukunft und diese Zukunft
findet in der Ostregion statt.“ Zur neuen Doppelstockzug-Flotte
meinte Hanke: „Alles, was wir uns beim Reisen mit der Bahn wünschen,
ist in dieser neuen Flotte verwirklicht.“
„1,5 Milliarden Euro haben die ÖBB in 109 neue Cityjet
Doppelstockzüge investiert“, sagte ÖBB CEO Andreas Matthä. Zur Rolle
der Doppelstockzüge erklärte er: „Man kann Züge nicht x-beliebig
verlängern.“ Es gebe nur die Möglichkeiten, in die Höhe zu gehen oder
mehr Züge bereitzustellen. „Beides werden wir auf der
Schnellbahnstammstrecke verwirklichen.“ Diese werde man zwischen
Floridsdorf und Meidling so umbauen, „dass die Züge am Ende im
Dreiminutentakt unterwegs sind“, so der CEO.
Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler Rail,
erklärte: „Die neuen, Doppelstockzüge sind perfekt für den
Schienenverkehr, weil sie hochmotorisiert sind.“ Das sei wichtig für
einen reibungslosen Bahnverkehr, um beispielsweise Verspätungen
aufholen zu können. „Zudem setzen diese Züge neue Maßstäbe in Sachen
Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit“, betonte er.
Zu Wort kamen auch die Abgeordneten zu den Landtagen in
Niederösterreich und Wien, Florian Krumböck und Omar Al-Rawi.
Die Doppelstockzüge werden ab Ende Juni zunächst auf der Strecke
Wien Floridsdorf – Payerbach/Reichenau in den Fahrgasteinsatz gehen.
Ihr Haupteinsatzgebiet wird in der Ostregion die Nord-Süd-Achse sein.
Dazu zählen Verbindungen im REX-Verkehr von Znojmo/Retz über die
Nordwestbahn bzw. Břeclav/Bernhardsthal und Wien weiter nach Wr.
Neustadt sowie Payerbach-Reichenau.
Der neue Doppelstockzug fährt mit einer Maximalgeschwindigkeit
von 160 km/h. Als sechsteilige Garnitur ist er 160 Meter lang, hat
591 Sitz-, 60 Fahrradabstell- und zwei Rollstuhlplätze. In der
vierteiligen Ausführung ist der Cityjet 105 Meter lang, hat eine
Sitzplatzkapazität von 371 Plätzen sowie 36 Fahrradabstell- und zwei
Rollstuhlplätze. Das neue ÖBB-Flaggschiff bietet zudem eine Vielzahl
von Features – etwa bequeme Sitze, Steckdosen inkl. USB-Anschluss in
jeder Sitzreihe, großzügige barrierefreie Ein- und Ausstiegsbereiche
in Niederflurbauweise, Platz für Fahrräder, Kinderwagen und Gepäck in
jedem Wagen, zwei bis vier WCs (davon eines barrierefrei und mit
Wickeltisch ausgestattet) sowie gratis WLAN und Videoüberwachung.