Wien (OTS) – Die Zahl der Krankenstandstage ist laut Fehlzeitenreport
2025 leicht
zurückgegangen. Unselbständig Beschäftigte verbrachten
durchschnittlich 14,7 Kalendertage im Krankenstand – um 2,7 Prozent
weniger als im Vorjahr. Psychisch bedingte Krankenstände nehmen
jedoch langfristig zu. In vielen Fällen haben psychische Erkrankungen
ihre Ursache in den Arbeitsbedingungen. Für den Österreichischen
Gewerkschaftsbund (ÖGB) ist klar: Prävention, gesunde
Arbeitsbedingungen und eine Arbeitswelt, die sich an den
Lebensrealitäten der Beschäftigten orientiert, müssen stärker in den
Fokus rücken.
„Die sinkenden Krankenstandszahlen sind erfreulich. Sie dürfen
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass psychische Erkrankungen und
lange Krankenstände weiter zunehmen. Gerade hier braucht es
zielgerichtete Präventionsmaßnahmen und gesundheitsförderliche
Arbeitsbedingungen müssen stärker in den Mittelpunkt rücken“, sagt
Claudia Neumayer-Stickler, Leiterin des Referats für Gesundheits- und
Sozialversicherungspolitik im ÖGB.
Lange Krankenstände und psychische Belastungen ernst nehmen
Auch eine aktuelle PwC-Studie verdeutlicht den Handlungsbedarf.
Demnach berichten 63 Prozent der Beschäftigten von einer gestiegenen
psychischen Belastung. Gleichzeitig wünschen sich drei Viertel der
Arbeitnehmer:innen Arbeitsmodelle, die besser auf unterschiedliche
Lebensphasen abgestimmt sind.
„Wer dauerhaft gesund arbeiten soll, braucht Arbeitsbedingungen,
die sich an den unterschiedlichen Lebenssituationen orientieren.
Flexible Arbeitszeitmodelle, ausreichend Personal und eine gute
Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sind zentrale Voraussetzungen
dafür“, betont Neumayer-Stickler.
Der ÖGB fordert daher:
–
wirksame Maßnahmen gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz,
–
ausreichend Personal, um Arbeitsdruck und Überlastung zu
reduzieren,
–
lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle, die Beschäftigte in
unterschiedlichen Lebenssituationen unterstützen,
–
eine Stärkung der betrieblichen Gesundheitsförderung, um
Beschäftigte entlang ihrer berufsbedingten Belastungen zu begleiten.
„Gesunde Arbeit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis guter
Arbeitsbedingungen. Investitionen in Prävention und Gesundheitsschutz
sind Investitionen in die Beschäftigten und auch in Unternehmen“, so
Neumayer-Stickler abschließend.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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