Koza/Grüne: „Arbeitslosigkeit bei Menschen über 50 steigt weiter – wann kommt endlich Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmer:innen?“

Wien (OTS) – Wieder steigt die Arbeitslosigkeit von Frauen –
insbesondere jener
über 50 Jahren – auch im Juli an. Die Grünen schlagen einen
grundlegenden Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik vor: „Die
Arbeitslosenzahlen bei älteren Arbeitnehmer:innen drohen aufgrund der
widersinnigen Regierungspolitik noch weiter anzusteigen“, meint
Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, und weiter: „Die
mit dem Doppelbudget 2027/28 beschlossene Verteuerung der
Beschäftigung von Arbeitnehmer:innen über 60 Jahren wird Betriebe
zusätzlich belasten. Grund dafür ist die Wiedereinführung der
Arbeitslosenversicherungs- und FLAF-Beiträge. Gleichzeitig wird die
Wiedereingliederungsbeihilfe für ältere Arbeitslose um 100 Millionen
Euro gekürzt. Beides schadet der Beschäftigung älterer
Arbeitnehmer:innen.“

Hinzu komme die steuerliche Förderung von Arbeiten neben der
Pension, die arbeitende Pensionist:innen gegenüber aktiven
Arbeitnehmer:innen zusätzlich günstiger macht. „Eine arbeits- wie
verteilungspolitisch völlig widersinnige und ungerechte Maßnahme: Sie
kostet zusätzliche 380 Millionen Euro, die für
Beschäftigungsmaßnahmen zu Gunsten älterer Arbeitsloser fehlen.“

Nach wie vor fehlt ein Bonus-Malus-System. Es soll Betriebe mit
überdurchschnittlich vielen älteren Mitarbeiter:innen finanziell
begünstigen. Unternehmen mit unterdurchschnittlich wenigen älteren
Beschäftigten würden einen entsprechend höheren Beitrag leisten.

„Ein Bonus-Malus-System ist eine wirkungsvolle Maßnahme, um die
Beschäftigung älterer Arbeitnehmer:innen bis zum gesetzlichen
Pensionsantrittsalter zu fördern. Es ist die logische
arbeitgeberseitige Ergänzung zu den bisher gesetzten
arbeitnehmer:innenseitigen Maßnahmen – Stichwort Erhöhung des
Antrittsalters zur Korridorpension – zur Anhebung des effektiven
Pensionsalters“, erläutert Koza und weiter: „Um Menschen länger in
Beschäftigung zu halten und Altersarbeitslosigkeit zu verhindern,
braucht es auch die entsprechenden alternsgerechten Jobs in
ausreichender Anzahl. Mit ‚gut Zureden‘ alleine wird es nicht getan
sein. Es braucht ganz konkrete finanzielle Anreizsysteme – eben ein
Bonus-Malus-System.“