Königsberger-Ludwig warnt vor falschen Tierrettungs-NGOs aus Drittstaaten: „Nur weil Tierschutz draufsteht, ist noch lange keiner drin“

Wien (OTS) – Der aktuelle Fall eines aufgegriffenen, mutmaßlich
illegalen
Tiertransports aus der Ukraine mit 42 Hunden und Katzen zeigt die
erheblichen Risiken illegaler Tierimporte aus Drittstaaten. Dabei
dürften nicht nur Tiere unter unwürdigen Bedingungen durch Europa
transportiert, sondern auch in größerem Umfang Impfzertifikate gegen
Tollwut gefälscht worden sein. Tollwut verläuft nach Ausbruch der
Krankheit bei Menschen und Tieren nahezu immer tödlich. Die Tiere
wurden europaweit über Messenger-Dienste und soziale Medien gegen
Gebühren zur Adoption angeboten.

„Ich warne eindringlich davor, Tiere über Internetplattformen
oder Messenger-Dienste aus Drittstaaten zu kaufen. Nur weil
Tierschutz draufsteht, ist noch lange kein Tierschutz drin. Wer einem
Tier helfen will, sollte sich an österreichische Tierheime wenden.
Gerade in den Sommermonaten warten dort viele Tiere auf ein neues
Zuhause“, betont Tierschutz- und Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike
Königsberger-Ludwig und ergänzt: „Fehlen notwendige Impfungen oder
sind die Nachweise gefälscht, gefährden Käufer:innen nicht nur sich
selbst, sondern auch ihre Familien.“

Hohe Kosten – und gebrochene Herzen

Der Transport mit insgesamt 42 Hunden und Katzen wurde im Juli
nach einem Hinweis aus der Bevölkerung in Wien angehalten. Nach den
vorgelegten Unterlagen sollten die Tiere ursprünglich zu einer
vermeintlichen Tierschutzorganisation in Paris gebracht werden.
Inzwischen besteht jedoch der Verdacht, dass es sich dabei lediglich
um eine Briefkastenorganisation handelte und die Tiere bereits vorab
über soziale Medien und Messenger-Dienste an Interessent:innen in
mehreren europäischen Ländern vermittelt und verkauft worden waren.

Bei der Kontrolle fielen erhebliche Ungereimtheiten bei den
Herkunftsnachweisen, Gesundheitsbescheinigungen und Impfzertifikaten
auf. Für einzelne Tiere lagen teils widersprüchliche Dokumente vor,
zudem besteht der Verdacht, dass Nachweise über Tollwutimpfungen
gefälscht wurden. Die beteiligten Personen wurden auf freiem Fuß
angezeigt, die Tiere amtlich verwahrt und bis zur abschließenden
Klärung des Gesundheits- und Tollwutrisikos isoliert untergebracht.

Für die öffentliche Hand entstehen dadurch hohe Kosten, während
die Tiere erneut langen Untersuchungen, Impfungen und einer
mehrmonatigen Quarantäne ausgesetzt sind. Besonders bitter ist die
Situation auch für jene Menschen, die bereits bezahlt und sich auf
ein neues Familienmitglied vorbereitet hatten. „Am Ende bleiben hohe
Kosten, verunsicherte Familien und gebrochene Herzen zurück. Vor
allem aber leiden die Tiere, die unter falschen Versprechen quer
durch Europa transportiert und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt
werden“, so Königsberger-Ludwig.

Risiko Tollwut

Besonders ernst ist das Risiko einer Einschleppung von Tollwut.
Die Ukraine gilt weiterhin als Tollwut-Endemiegebiet. Das bedeutet,
dass die Krankheit dort dauerhaft vorkommt und bei Tieren regelmäßig
Fälle auftreten. Infizierte Hunde und Katzen können zunächst gesund
und unauffällig wirken, das Virus aber bereits übertragen. Die
Ansteckung erfolgt meist durch einen Biss, kann jedoch auch über
Speichelkontakt mit verletzter Haut oder Schleimhäuten erfolgen.
Sobald bei Menschen oder Tieren erste Symptome auftreten, endet
Tollwut nahezu immer tödlich.

Alle Tiere müssen daher erneut gegen Tollwut geimpft und nach der
vorgeschriebenen Wartefrist neuerlich getestet werden. Bis ein
Infektionsrisiko sicher ausgeschlossen werden kann, bleiben sie für
mehrere Monate isoliert untergebracht.

„Tollwut ist keine theoretische Gefahr. Gerade bei Tieren aus
einem Endemiegebiet können gefälschte Impfunterlagen Menschen,
Familien und andere Tiere einem tödlichen Risiko aussetzen. Die
Einfuhrbestimmungen sind deshalb keine unnötige Bürokratie, sondern
lebenswichtiger Schutz“, betont Tierschutz- und
Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Worauf Sie achten sollten

– Keine Tiere über Internetplattformen oder Messenger-Dienste aus
Drittstaaten kaufen.

– Kein Tier aus dem Ausland übernehmen, ohne vorher die zuständigen
Behörden zu informieren.

– Bei Angeboten aus Drittstaaten immer nach Herkunft, Vermittlungsweg
und Bestimmungsort fragen.

– Auffällige Transporte oder Übergaben der Polizei melden.

Aktuelle Informationen zu Einfuhrbestimmungen für Heimtiere sowie
zur Tierseuchensituation in Europa und Österreich finden Sie unter:
https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/tiere/tierkrankheiten/aktuel-
le-tierseuchensituation.html