Wien (OTS) – Die aktuellen Berichte von „profil“ und „Krone“ zeichnen
ein
beschämendes Bild von Postenschacher, Machtmissbrauch und
Frauenfeindlichkeit im Umfeld von Wirtschaftskammerpräsident Walter
Ruck. „Die Recherchen zeigen die engen Verflechtungen zwischen
Wirtschaftskammerpräsident Ruck und Bürgermeister Ludwig. Einzelne
Männer teilen sich die Stadt, Ämter und Geld auf. Das ist Politik des
alten Denkens und erinnert an Zustände der 1960er-Jahre. Dass es so
etwas im Jahr 2026 noch gibt, ist völlig inakzeptabel“, so Peter
Kraus, Parteivorsitzender der Grünen Wien, und Julia Malle,
stellvertretende Klubobfrau und Frauensprecherin der Grünen Wien.
„Die Berichte zeigen, wie ein kleiner Zirkel schamlos Postenschacher
betreibt. Schon bei der Besetzung der Wirtschaftsagentur Wien wurde
dieses System sichtbar. Dass diese Position nicht ausgeschrieben
wurde, ist ein klarer Regelbruch“, so Kraus.
„Die Berichte offenbaren ein höchst problematisches und sexistisches
Frauenbild. Ein System, das Frauen salutieren lässt, ihnen von oben
herab Befehle erteilt und sie ausschließt, ist ein feministischer
Tiefpunkt und zeigt ein Sittenbild der schwarz-roten Männerbünde auf.
Gerade vor dem Hintergrund des modernen Frauenbildes, das die SPÖ
nach außen vermitteln möchte, sind die geschilderten Vorgänge
beschämend“, so Malle.
Die heutigen Berichte kommen zu einer Zeit, in der die Stadtregierung
mit massiven Verfehlungen des ehemaligen Abteilungsleiters der MA59
konfrontiert ist. „Diese Berichte machen deutlich, dass altes Denken
sowohl beim Wirtschaftskammerpräsidenten als auch beim Bürgermeister
tief verankert ist. Es darf nicht sein, dass Männernetzwerke auf
höchster Ebene demokratische Institutionen für ihre eigenen
Interessen missbrauchen“, so Kraus und Malle abschließend.