Wien (OTS) – Die öffentliche Debatte rund um die Äußerungen von
Bundeskanzler
Christian Stocker werfe eine grundsätzliche Frage nach der
Verantwortung politischer Spitzenfunktionäre für ihre Sprache auf:
„Gerade von einem Bundeskanzler muss erwartet werden können, dass er
sich der gesellschaftlichen Wirkung seiner Aussagen bewusst ist“,
hält die Wiener Frauensprecherin der FPÖ, LAbg. Lisa Frühmesser-
Götschober, fest.
„Das Problem beginnt dort, wo die Grenze des schlechten
Geschmacks bewusst Stück für Stück verschoben wird. Zuerst fällt eine
Aussage, dann folgt die Debatte, anschließend wird relativiert oder
zurückgerudert. Und nur kurze Zeit später gilt etwas, das zuvor noch
für breite Kritik gesorgt hat, plötzlich als völlig normal“, so
Frühmesser-Götschober über die Strategie der ÖVP.
Besonders Aussagen aus dem Kanzleramt hätten dabei eine andere
Tragweite: „Wer gesellschaftliche Verantwortung ständig einfordert,
muss diese Verantwortung selbst auch vorleben. Derartige Aussagen
gehen mit einem Integritätsverlust einher. Ein Bundeskanzler
repräsentiert aber nicht nur sich selbst oder sein Amt, sondern
vorallem unser Land“, so Frühmesser-Götschober über ein
unappetitliches Familien- und Frauenbild, das sich aus den Tiefen der
ÖVP-Gelagekeller nun direkt ins Kanzleramt vorgearbeitet habe und
damit stellvertretend für die Republik nach außen getragen werde.
„Stocker hat erheblichen Schaden angerichtet und muss dafür
Verantwortung übernehmen. Diese endet gewiss nicht bei einer
halbseidenen Entschuldigung“, schließt die Freiheitliche.