Wien (OTS) – Die Bundesregierung hat sich in ihrem Regierungsprogramm
trotz des
hohen Spardrucks dazu bekannt, den österreichischen Medienstandort zu
stärken. Diesem gemeinsamen Bekenntnis folgend wurden nun die neuen
Förderungen für die österreichische Medienlandschaft beschlossen und
der Weg zur neuen Journalismusförderung geebnet.
„In Zeiten von Fake News, Falschinformationen, Krisen und
Algorithmen müssen wir in qualitätsvolle und kritische Medien, in
einen unabhängigen Journalismus investieren und für eine vielfältige
und resiliente Medienlandschaft, die auch für den Medienkonsum der
Zukunft gewappnet ist, einstehen. Mit den neuen Förderungen gehen wir
einen guten und richtigen Weg für die Menschen in Österreich. Für die
Journalistinnen und Journalisten in unserem Land. Für eine starke und
resiliente Demokratie“, so Medienminister und Vizekanzler Andreas
Babler.
Journalismusförderung ab 2028
Alle Förderungen im Medienbereich werden ab 2028 schrittweise auf
die neue Journalismusförderung umgestellt. Dabei wird die Sicherung
von journalistischen Arbeitsplätzen und redaktioneller Leistung im
Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig werden wir Innovationen, digitale
Geschäftsmodelle und Medien-Start-ups fördern.
Die Fördervoraussetzungen sollen so ausgestaltet werden, dass die
Qualität der journalistischen Arbeit sowie die dafür notwendigen
organisatorischen und professionellen Rahmenbedingungen im
Mittelpunkt stehen, wie redaktionelle Unabhängigkeit, Einhaltung
ethischer Richtlinien, professionelles Arbeiten und die Erbringung
journalistischer Leistungen im öffentlichen Interesse. Das Vorliegen
dieser Voraussetzungen soll unter Beachtung des Grundsatzes der
journalistischen Selbstregulierung eindeutig, transparent und ohne
unverhältnismäßigen Aufwand überprüfbar sein.
Zeitungszustellungsförderung
„Der Wohnort darf bei der Verfügbarkeit von qualitätsvollen und
sicheren Informationen keine Rolle spielen. Es muss egal sein, ob
jemand am Land lebt oder in der Stadt – alle sollen einen Zugang zu
Qualitätsjournalismus erhalten. Mit der Zustellförderung garantieren
wir Nachrichten an jede Adresse, an jeden Menschen, für alle gleich“,
so Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler.
Deshalb schaffen wir eine gezielte Unterstützung für die
Zustellung abonnierter Tages- und Wochenzeitungen. Wir unterstützen
dort, wo die meisten Kosten anfallen – bei der letzten Meile der
Hauszustellung.
– Für 2027 und 2028 stellen wir dafür je 22,5 Millionen Euro zur
Verfügung .
Fonds zur Förderung der digitalen Transformation
Die Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm dazu bekannt,
Medienunternehmen bei der digitalen Transformation weiterhin zu
unterstützen. Wir werden den Fokus künftig auf klar definierte,
zukunftsrelevante Digitalisierungsprojekte legen. Gleichzeitig
schärfen wir die Förderkriterien nach. Uns ist wichtig, dass digitale
Innovation und journalistische Qualität künftig noch stärker Hand in
Hand gehen.
Um die Medienvielfalt weiter auszubauen, werden mit der Senkung
der Mindestbemessungsgrundlage auf 100.000 Euro, zukünftig auch
kleinere und nichtkommerzielle Medienunternehmen leichter Zugang zu
dieser Förderung erhalten.
– Für 2027 und 2028 stellen wir dafür je 22,5 Millionen Euro zur
Verfügung.
10 Millionen für Medienkompetenz und Fördercall „Young Media“
Vermittlung von Medienkompetenz an junge Menschen gelingt bereits
in der Schule und durch viele Initiativen im Bereich Medienbildung.
Dass Jugendliche auch tatsächlich von qualitätsvollem Journalismus
erreicht werden und Vertrauen in journalistische Medien entwickeln,
gelingt bisher noch zu selten.
Deshalb setzen wir einen weiteren Schwerpunkt auf den Auf- und
Ausbau von Medienkompetenzmaßnahmen und vor allem auf die Förderung
innovativer, journalistischer Jugendformate.
Mit dem neuen Fördercall „Young Media“ wollen wir die besten
journalistischen Jugendformate unterstützen. Dabei werden
Informationsangebote, die spannend, zeitgemäß und digital für eine
junge Zielgruppe aufbereitet sind, gesucht.
– Ab 2027 werden die Mittel für Medienkompetenz von 700.000 Euro auf
10 Millionen Euro erhöht.
– Davon werden sieben Millionen über den Fördercall „Young Media“
ausgeschüttet.
Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler „Medienkompetenz
ist heute eine Schlüsselkompetenz für eine funktionierende
Demokratie. Gerade in Zeiten von Desinformation, Fake News und
gezielter Manipulation werden solche Angebote immer wichtiger.“
Klubobmann Ernst Gödl: „Wir setzen heute einen wichtigen Schritt
für mediale Vielfalt, redaktionelle Unabhängigkeit und für die
langfristige Absicherung des österreichischen Qualitätsjournalismus.
Das ist die Grundlage für einen resilienten und starken rot-weiß-
roten Medienstandort, zu dem wir uns mit dem Medienpaket klar
bekennen.“
Nationalratsabgeordnete und Mediensprecherin Henrike
Brandstötter: „Autoritäre Regime wie etwa Putins Russland versuchen,
Demokratien zu spalten und das Vertrauen in freie Medien und
demokratische Institutionen durch gezielte Desinformationskampagnen
zu zerstören. Unsere Antwort heißt: mehr Qualitätsjournalismus, mehr
Medienkompetenz, mehr Bildung, mehr Innovation und dadurch mehr
demokratische Resilienz.“