Spektakuläre Entdeckung im MAK: Historische Baukästen erobern Wien!

Redaktion

13. August 2026

Ein Spielvergnügen der Superlative im MAK

Am 7. Oktober 2026 eröffnet das Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) eine Ausstellung, die nicht nur für Architekturbegeisterte, sondern auch für Familien ein absolutes Muss ist. Unter dem Titel „ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990“ verwandelt sich das Museum in eine gigantische Spielfläche, die sowohl Kinder als auch Erwachsene in ihren Bann zieht. Diese Ausstellung bietet einen faszinierenden Einblick in die Welt der historischen Baukästen, die zwischen 1890 und 1990 produziert wurden. Mit rund 70 verschiedenen Baukastensystemen, die in Form von Modellen präsentiert werden, zeigt das MAK die immense Vielfalt und den Erfindungsreichtum vergangener Zeiten.

Ein Blick in die Vergangenheit: Die Geschichte der Baukästen

Baukästen sind nicht nur Spielzeug, sondern auch ein Spiegel ihrer Zeit. Die Geschichte der Baukästen beginnt im späten 19. Jahrhundert, als der Ingenieur Friedrich Fröbel den ersten Kindergarten gründete und pädagogische Spielzeuge entwickelte, die das kreative Denken und die motorischen Fähigkeiten von Kindern fördern sollten. Diese „Ur-Bauklötzchen“ waren auf Experiment und tastendes Erfahren ausgelegt.

Zwischen 1880 und 1960 produzierten allein im deutschen Sprachraum etwa 900 Firmen Baukästen, die aus einer Vielzahl von Materialien wie künstlichem Ziegelstein, Holz, Metall und sogar exotischen Stoffen wie Galalith, einem Kunststoff aus Milch, bestanden. Diese Vielfalt spiegelt sich in der Ausstellung des MAK wider, wo Besucher an acht Spielstationen die Möglichkeit haben, die verschiedenen Materialien und Bauweisen selbst auszuprobieren.

Das Highlight: Eine Kathedrale aus Filz

Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die gigantische Kathedrale aus 4000 Filzbausteinen, die in der Säulenhalle des MAK aufgebaut ist. Dieses beeindruckende Bauwerk zeigt nicht nur die Möglichkeiten der Baukästen, sondern auch die Kreativität und den Einfallsreichtum der damaligen Zeit. Besucher können selbst Hand anlegen und mit den Bausteinen eigene Konstruktionen schaffen.

Die Mitspielausstellung: Interaktivität und Spaß für alle Altersgruppen

Die Ausstellung im MAK ist als Mitspielausstellung konzipiert, was bedeutet, dass Besucher aktiv an den Exponaten teilnehmen können. Professor Andreas Kretzer von der Hochschule für Technik in Stuttgart und seine Studierenden haben die Originalbausteine der Baukästen „Ingenius“, „Bâtiss“ und „Skyline“ im vergrößerten Maßstab nachgebildet, um sie „spielbar“ zu machen. Diese interaktiven Elemente ermöglichen es den Besuchern, die Baukästen auf eine völlig neue Art und Weise zu erleben.

Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, mittels VR-Brille in eine virtuelle Modellwelt einzutauchen, die ebenfalls von der Hochschule für Technik entwickelt wurde. Diese virtuelle Erfahrung bietet einen modernen Kontrast zu den historischen Baukästen und zeigt, wie sich die Technologie im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat.

Die Bedeutung der Baukästen für die Architekturgeschichte

Die vom Deutschen Architekturmuseum konzipierte Ausstellung lenkt den Blick auf drei wesentliche Aspekte: Baustile, Architekturgeschichte und die Bedeutung der Baukästen für Kinder. Die Baukästen spiegeln die Architektur ihrer jeweiligen Epoche wider, von den reich verzierten Bauten der Gründerzeit bis hin zur modernen Architektur der 1920er Jahre. Der Ingenius-Kasten des Architekten Wilhelm Kreis, der 1924 in Wien produziert wurde, nimmt sogar das Motiv des „Molochs Großstadt“ aus dem berühmten Stummfilm Metropolis vorweg.

Ein Erlebnis für die ganze Familie

Die Ausstellung ist nicht nur für Architekturinteressierte, sondern auch für Familien ein spannendes Erlebnis. Die Verpackungsabbildungen der Baukästen zeigen Kinder, die hochkonzentriert und mit viel Ausdauer an ihren Konstruktionen arbeiten. Die Bauanleitungen sind oft komplex und erfordern Geduld und Geschick, was die Baukästen zu einem anspruchsvollen Spielzeug macht.

Interessanterweise waren die Baukästen ursprünglich nicht nur für Kinder gedacht. Die anspruchsvollen Bauanleitungen und die aufwändigen Modelle richteten sich auch an Erwachsene, die sich als „kleine Baumeister“ oder „kleine Architekten“ versuchen sollten. Die Ausstellung im MAK zeigt jedoch, dass sich die Zielgruppe im Laufe der Jahre verändert hat und heute vor allem Kinder angesprochen werden sollen.

Workshops und Wettbewerbe: Ein Rahmenprogramm der Extraklasse

Begleitend zur Ausstellung bietet das MAK ein umfangreiches Workshop-Programm an, bei dem Schüler und baufreudige Besucher in kleinen Teams an Architekturwettbewerben teilnehmen können. Diese Wettbewerbe werden im kleinen Maßstab ausgetragen und erfordern kreative Lösungen und Teamarbeit. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, mit historischen Baukästen zu experimentieren und ihre eigenen Modelle zu entwerfen.

Zusätzlich stehen den Besuchern jede Menge Lego und Bioblo zur Verfügung, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Dieses vielfältige Rahmenprogramm macht die Ausstellung zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie.

Ein Ausblick in die Zukunft: Was erwartet uns?

Die Ausstellung „ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990“ ist ein faszinierender Einblick in die Welt der Baukästen und zeigt, wie sich diese im Laufe der Jahre verändert haben. Doch was bringt die Zukunft? Experten sind sich einig, dass Baukästen auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Kindern spielen werden. Die Kombination aus traditionellem Spielzeug und moderner Technologie, wie sie in der Ausstellung zu sehen ist, könnte ein Vorbote für zukünftige Entwicklungen sein.

„Die Ausstellung im MAK zeigt eindrucksvoll, wie Baukästen nicht nur Spielzeug, sondern auch ein wichtiges pädagogisches Werkzeug sein können“, erklärt Dr. Anna Müller, Expertin für Spielzeuggeschichte. „In einer Zeit, in der digitale Medien immer präsenter werden, bieten Baukästen eine wertvolle Möglichkeit, Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten zu fördern.“

Ein Besuch lohnt sich!

Die Ausstellung im MAK läuft vom 7. Oktober 2026 bis zum 14. März 2027 und ist ein absolutes Highlight im Wiener Kulturkalender. Mit einem abwechslungsreichen Programm und spannenden Exponaten ist sie ein Muss für alle, die sich für Architektur, Geschichte und kreatives Spielzeug interessieren. Der Eintritt ist jeden Dienstagabend ermäßigt, und Kinder unter 19 Jahren haben freien Eintritt. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, in die faszinierende Welt der Baukästen einzutauchen und selbst zum „kleinen Baumeister“ zu werden!