Hitze: Spitäler jetzt besser schützen!

Wien (OTS) – Die Rückkehr der Hitze mit prognostizierten Temperaturen
von bis zu
39 Grad offenbart in den österreichischen Spitälern erneut große
Probleme sowohl für Patientinnen und Patienten, als auch für
Ärztinnen und Ärzte. „Die Auswirkungen für Patientinnen und Patienten
sind enorm“, berichtet Daniel von Langen, Vizepräsident der
Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der angestellten
Ärzte: „Aus deutschen Erhebungen wissen wir, dass es alleine während
der Rekord-Hitzewelle im Juni dort zu 5.100 Hitzetoten gekommen ist –
besonders betroffen waren Menschen über 75 Jahren.“ Auch
internationale Studien zeigen: Mit jedem Hitzetag steigen
Krankenhausaufnahmen insbesondere bei älteren Menschen deutlich. Eine
italienische Studie aus dem Veneto konnte nachweisen, dass es nach
vier aufeinanderfolgenden heißen Tagen zu einem sprunghaften Anstieg
der hitzebedingten Erkrankungen und Atemwegserkrankungen und damit
auch der Hospitalisierungen kommt. Daher müsse präventiv dafür
gesorgt werden, dass in den Spitälern funktionierende Klimatisierungs
-Tools installiert werden und effektive Maßnahmen wie natürliche
Begrünungen von Außenflächen oder ausreichend Schatten gesetzt
werden, so von Langen – zum Schutz der Patientinnen und Patienten,
aber auch des gesamten medizinischen Personals.

Resilienteres Gesundheitssystem nötig

In Österreich sind immer noch sind viel zu viele Stationen und
Ambulanzen nicht klimatisiert. „Aus ganz Österreich mehren sich die
Berichte über zu hohe Temperaturen und entsprechend belastete
Arbeitsbedingungen“, sagt von Langen: „Berichtet wird etwa von nicht
klimatisierten Wartebereichen, aber auch beispielsweise überhitzten
Ruheräumen für das Personal, in denen man sich während des 25-Stunden
-Dienstes erholen soll – sofern eine Erholungszeit möglich ist. Das
ist für alle Beteiligten nicht hinnehmbar. Was dringend nötig ist,
ist eine Evaluierung aller österreichischen Spitäler samt
priorisierter Nachrüstung von Kühlungen“, fordert von Langen. Zudem
dürfe man das Thema Stromausfälle nicht außer Acht lassen. „Sowohl
Sonnenschutz als auch Klimatisierung müssen auch bei einem Blackout
verfügbar sein“, so der ÖÄK-Vizepräsident. Es sei erwartbar, dass
Hitzetage und vermehrte Extremwetterereignisse mehr und nicht weniger
werden. „Daher muss heute etwas getan werden. Unsere Spitäler und
auch unser Gesundheitssystem müssen deutlich resilienter werden, denn
die Hitzetage werden künftig eher nicht weniger werden“,
unterstreicht von Langen.

Hitze als Krise begreifen

„Hitze im Spital ist eine Krise. Im Krisenfall muss jeder im
Spital wissen, was zu tun ist. Dazu gehören auch Hitzeschutz-
Schulungen, die dazu beitragen, Patientinnen und Patienten – aber
auch Ärztinnen und Ärzte – zu schützen. Denn nur gesunde,
leistungsfähige Ärztinnen und Ärzte sind die Basis für gute Medizin
und die optimale Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Auch
bei sehr großer Hitze darf das nicht gefährdet werden“, unterstreicht
der BKAÄ-Obmann.