Wien (OTS) – Der aktuelle Bericht der „Kronen Zeitung“, wonach in den
kommenden
zehn Jahren rund 18.000 Ärztinnen und Ärzte das Pensionsalter
erreichen werden, ist für den FPÖ-Gesundheitssprecher und
Vorsitzenden des parlamentarischen Gesundheitsausschusses, NAbg. Mag.
Gerhard Kaniak, ein weiteres alarmierendes Warnsignal für das
österreichische Gesundheitssystem. Obwohl mit mehr als 53.000 Ärzten
ein nomineller Höchststand erreicht wurde, warnt die Ärztekammer vor
einem massiven Versorgungsengpass im öffentlichen Gesundheitswesen.
Dem jährlichen Nachbesetzungsbedarf von mehr als 1.800 Ärzten stehen
derzeit lediglich rund 1.300 neu ausgebildete Mediziner gegenüber.
„Diese Zahlen sind ein unüberhörbares Alarmsignal. Die schwarz-
rot-pinke Verliererkoalition steuert unser Gesundheitssystem sehenden
Auges in eine massive Versorgungslücke. Die Leidtragenden sind die
Patientinnen und Patienten, die schon heute monatelang auf
Facharzttermine oder notwendige Operationen warten müssen. Wenn jetzt
nicht endlich gegengesteuert wird, droht sich diese Situation
dramatisch zu verschärfen. Die wohnortnahe und flächendeckende
medizinische Versorgung darf nicht zum Opfer jahrelanger politischer
Untätigkeit werden“, warnte Kaniak.
Besonders kritisch bewertete der freiheitliche
Gesundheitssprecher das im Bericht angesprochene „Nadelöhr“ bei der
Basisausbildung in den Spitälern. Hunderte heimische
Medizinabsolventen müssten monatelang auf einen Ausbildungsplatz
warten, obwohl der Bedarf an Jungmedizinern aufgrund der alternden
Bevölkerung und des bevorstehenden Pensionsantritts tausender Ärzte
stetig wachse. „Der Gesundheitspolitik fehlt es seit Jahren an
Weitsicht und an einem tragfähigen Gesamtkonzept. Österreich
investiert für die Ausbildung jedes einzelnen Medizinstudenten
erhebliche Steuermittel. Umso unverständlicher ist es, dass man
diesen jungen Menschen nach ihrem Studienabschluss sprichwörtlich die
Tür vor der Nase zuschlägt. Statt unsere hervorragend ausgebildeten
Jungmediziner mit offenen Armen in das öffentliche Gesundheitssystem
aufzunehmen, schickt man sie aufgrund fehlender Ausbildungsplätze in
die Arbeitslosigkeit oder treibt sie geradewegs ins Ausland –
insbesondere nach Deutschland oder in die Schweiz. Das ist ein
untragbarer Brain Drain, den sich Österreich angesichts des
Ärztemangels schlicht nicht leisten kann“, kritisierte Kaniak.
Nach Ansicht Kaniaks sei die angespannte Situation auch das
Ergebnis einer Gesundheitspolitik, die sich zu sehr mit
Strukturdebatten, Bürokratie und Zentralisierung beschäftige, anstatt
die tatsächlichen Probleme in der Patientenversorgung zu lösen. „Die
Regierung verwaltet den Mangel, anstatt ihn zu beseitigen. Während
Milliarden in immer neue Verwaltungsstrukturen fließen, fehlen Ärzte
in den Spitälern, Kassenordinationen bleiben unbesetzt und die
Wartezeiten für die Bevölkerung werden immer länger. Gerade im
ländlichen Raum verschärft sich der Ärztemangel zusehends, weil es an
attraktiven Rahmenbedingungen für Kassenärzte und an einer
langfristigen Personalplanung fehlt“, so Kaniak.
Um den drohenden Ärztemangel abzuwenden und die medizinische
Versorgung nachhaltig sicherzustellen, fordert der FPÖ-
Gesundheitssprecher rasche und konkrete Maßnahmen: „Wir brauchen
umgehend einen Ausbildungsgipfel mit dem Gesundheitsministerium, den
Ländern, der Ärztekammer und den Universitäten. Ziel muss eine echte
Ausbildungsgarantie für alle Medizinabsolventen sein. Dafür braucht
es einen bundesweiten Ausbildungspool mit ausreichend finanzierten
Ausbildungsstellen sowie eine langfristige Personalstrategie, die den
tatsächlichen Bedarf berücksichtigt. Gleichzeitig müssen die
Arbeitsbedingungen im öffentlichen Gesundheitswesen verbessert, die
überbordende Bürokratie abgebaut und Kassenstellen endlich wieder
attraktiver gemacht werden. Nur so können wir unsere hervorragend
ausgebildeten Jungmediziner im Land halten und die medizinische
Versorgung der österreichischen Bevölkerung dauerhaft sichern“,
betonte Kaniak.