Bauernbund fordert rasche EU-Maßnahmen für Schweinehaltung

Wien (OTS) – Die aktuelle Preissituation in der österreichischen
Schweinehaltung
ist für viele Betriebe existenzbedrohend. „Wir beschäftigen uns schon
seit Jahresanfang im Zuge unserer Kampagne „Schleuderpreise stoppen“
intensiv mit der Preissituation im Ackerbau sowie bei Schweinefleisch
und Milch. In der Schweinehaltung folgt nach einem schwierigen Jahr
2025 aktuell nochmals ein massiver Preisverfall. Unsere Forderung ist
klar: Es braucht einen rasch wirksamen Krisenmechanismus auf EU-
Ebene, um auf die aktuellen Marktverwerfungen zu reagieren. Darüber
hinaus muss die EU-Kommission endlich für einheitliche Standards in
der Schweinehaltung am europäischen Binnenmarkt sorgen“, so
Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser .

Hohe Mengen an spanischem Schweinefleisch belasten europäischen
Markt

Grund für die aktuell sinkenden Preise sind vor allem
Exportsperren aufgrund der Afrikanischen Schweinepest. Dadurch
gelangt etwa Schweinefleisch aus Spanien, das sonst nach China
gegangen wäre, auf den EU-Markt und drückt damit den Preis.

Strasser dazu: „Es kann nicht sein, dass die Überproduktion der
spanischen Schweinehaltung am EU-Binnenmarkt abgeladen wird und hier
einen Preisverfall verursacht, der die Existenz unserer
Bauernfamilien gefährdet. Die EU ist dringend gefordert, diesen
Marktverwerfungen durch einen Krisenmechanismus Einhalt zu gebieten.“

EU-weit einheitliche Haltungsstandards als Ziel

Aus Sicht von Strasser führt kein Weg an einer EU-weiten
Angleichung der Haltungsstandards vorbei: „Österreichische
Schweinebäuerinnen und -bauern produzieren zu höchsten Qualitäts-,
Umwelt- und Tierwohlstandards. Diesen Weg können wir nur weitergehen,
wenn die Rahmenbedingungen fair sind. Dazu gehören EU-weit gleiche
Standards in der Schweinehaltung, damit unsere Familienbetriebe
keinen Wettbewerbsnachteil haben. Ich bin froh, dass die EU sich in
der Anfang Juli präsentierten Nutztierstrategie zu diesem Weg
bekennt. Zukünftig sollen die hohen österreichischen Standards die
Richtschnur für die europäische Schweineproduktion sein. Diesen
Worten müssen nun rasch auch Taten folgen.“

„National kommen wir unserer Verantwortung nach und setzen die
nächsten Schritte auf dem Weg zu einer einheitlichen und
flächendeckenden Herkunftskennzeichnung für Fleisch, Milch und Eier
in der Gastronomie. Auch in der öffentlichen Beschaffung muss das
österreichische AMA-Gütesiegel-Schwein Vorrang haben. Die
Österreicherinnen und Österreicher schätzen die hohe Qualität von
heimischem Schweinefleisch. Sie brauchen aber Transparenz, um sich
bewusst dafür entscheiden zu können“, so Strasser abschließend.