younion: Gesetzliche Verankerung des Pflegebonus guter Schritt!

Wien (OTS) – In der ORF-Pressestunde hat Sozialministerin Korinna
Schumann die
gesetzliche Verankerung des Pflegebonus angekündigt. younion _ Die
Daseinsgewerkschaft begrüßt diesen Schritt für die rund 180.000
Beschäftigten in der Pflege.

„Das ist ein klares Signal an jene, die Tag für Tag unter enormem
Druck unser Gesundheitssystem am Laufen halten. Es zeigt aber auch,
dass gewerkschaftlicher Druck wirkt“, betont Edgar Martin,
Vorsitzender des Teams Gesundheit.

Martin erinnert daran, dass im Land Salzburg im vergangenen Jahr
versucht wurde, den Pflegebonus einfach zu streichen. Nur durch den
massiven Protest der Beschäftigten und der Bevölkerung konnte das
verhindert werden. „Das zeigt, wie schnell dringend nötige
Anerkennung in Gefahr geraten kann. Die jetzige gesetzliche
Absicherung ist ein Erfolg, aber sie darf nicht das Ende der
Fahnenstange sein“, so Martin.

Der Vorsitzende des Teams Gesundheit erinnert auch daran, dass
die Finanzierung des Pflegebonus nur bis 2028 garantiert ist. Der
Personalmangel im Gesundheitsbereich wird bis dahin jedoch nicht
gelöst sein.

„Wir brauchen schon jetzt weitere Maßnahmen, um die
Gesundheitsberufe langfristig attraktiver zu machen. Dazu gehören
bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und echte Perspektiven
für alle, die im Team arbeiten“, fordert Martin.

Kritisch sieht Martin, dass viele Berufsgruppen weiterhin vom
Pflegebonus ausgeschlossen sind. „Ein Spital funktioniert nur, wenn
alle zusammenarbeiten: Pflege, Medizin, Medizintechnik, Therapie,
Diagnostik, die medizinischen Assistenzberufe und viele andere. Sie
tragen große Verantwortung und dürfen bei der Anerkennung nicht
länger übergangen werden“, stellt Martin klar.

Derzeit profitieren diese Berufsgruppen weder vom Pflegebonus
noch von Verbesserungen bei der Schwerarbeitsregelung. „Wertschätzung
darf nicht an Berufsgrenzen enden. Wer das Gesundheitssystem stärken
will, muss das gesamte Team im Blick haben. Aber ich freue mich sehr,
dass durch die gesetzliche Verankerung des Pflegebonus ein weiterer
wichtiger Schritt gesetzt werden konnte“, so Martin abschließend.