Papst ernennt Grünwidl zum Ordinarius für katholische Ostkirchen

Vatikanstadt/Wien (OTS) – Erzbischof Josef Grünwidl ist ab sofort
auch Ordinarius für die
katholischen Ostkirchen in Österreich. Der Vatikan hat die Ernennung
Grünwidls durch Papst Leo XIV. Samstagmittag mitgeteilt. Grünwidl
steht damit dem Ostkirchenordinariat als bischöflicher
Letztverantwortlicher vor und folgt in dieser Funktion auf Kardinal
Christoph Schönborn.

„Die katholischen Ostkirchen sind mit ihrer liturgischen Vielfalt
und ihren vielen Besonderheiten ein wahrer Schatz – nicht nur in Wien
und Österreich, sondern für die gesamte Weltkirche“, betonte Grünwidl
nach seiner Ernennung gegenüber Kathpress. „Besonders beeindruckt
mich die Treue und Standhaftigkeit der Gläubigen dieser Rituskirchen.
Viele von ihnen haben persönliche Benachteiligung und Verfolgung
aufgrund ihres Glaubens erlebt. Ich bin dankbar für ihr starkes
Glaubenszeugnis und freue mich auf meinen neuen Dienst als Ordinarius
für sie“, so der Wiener Erzbischof.

Schönborn erfreut über Entscheidung

„Mit Freude“ hat Kardinal Schönborn auf die Entscheidung des
Papstes reagiert. „Wien hat eine lange Tradition der Verbundenheit
mit dem christlichen Osten und speziell mit den katholischen
Ostkirchen. Es war für mich eine Ehre und Freude, dass ich über 30
Jahre lang den Dienst an den katholischen Gläubigen der Ostkirchen
wahrnehmen konnte“, hielt der Kardinal gegenüber Kathpress fest.

In dieser Zeit sei die Zahl der Gläubigen und der Priester –
leider auch bedingt durch Kriege und Konflikte – deutlich gewachsen.
So sei es zu einem Ausbau des Ordinariates und die Gründung vieler
Gemeinden in den Bundesländern gekommen – nicht zuletzt aufgrund der
Initiative von Ostkirchen-Generalvikar Yuriy Kolasa, dem Schönborn
dafür sehr dankte. „Erzbischof Josef hat schon in kurzer Zeit einen
persönlichen und aufmerksamen Kontakt zu den Katholiken der Ostkirche
gezeigt und ich wünsche ihm für diesen wichtigen Dienst die Kraft des
Heiligen Geistes angesichts einer Zeit, in der es für viele Christen
des Ostens schwieriger geworden ist“, sagte der Kardinal.

Kolasa bleibt Generalvikar

Im Ostkirchenordinariat sind alle katholischen Ostkirchen
vereint, die in Österreich Strukturen haben. Es zählt inzwischen
deutlich über 20.000 Gläubige unterschiedlicher Kirchen; Tendenz
steigend. Die ukrainische Griechisch-katholische Kirche ist die mit
Abstand größte byzantinische katholische Ostkirche in Österreich. Es
gibt zudem auch Gemeinden der rumänischen, slowakischen und
melkitischen Griechisch-katholischen Kirche sowie vereinzelt Gläubige
der Griechisch-katholischen Kirche in Ungarn, der Griechisch-
katholischen Kirche in Serbien (Eparchie Sankt Nikolaus Ruski Krstur)
sowie der griechisch-katholischen Eparchie von Mukachevo (Ukraine).

Zu den byzantinischen katholischen Ostkirchen kommen in
Österreich auch noch einige orientalische katholische Ostkirchen (
Maronitische Kirche, Armenisch-Katholische Kirche, Chaldäische
Kirche, Syro-Malankarische Kirche, Syro-Malabarische Kirche, und
äthiopisch-katholische Kirche).

Dem Ostkirchenordinariat gehören derzeit rund 85 Priester an. Es
gibt die Zentralpfarre St. Barbara in Wien und rund 35
Seelsorgestellen, verteilt auf ganz Österreich. Generalvikar des
Ordinariats ist Erzpriester Yuriy Kolasa. Er hat damit die operative
Leitung des Ordinariats über und wird diese Funktion auch weiterhin
ausüben.

Feier zur Amtsübergabe im Herbst

Der jeweilige Erzbischof von Wien steht den katholischen
Ostkirchen als Ordinarius vor. Er trägt damit die bischöfliche
Letztverantwortung. Die Ernennung ergeht allerdings nicht automatisch
mit der Ernennung bzw. Weihe zum Erzbischof einher, sondern erfolgt
in einem eigenen Akt. Deshalb war Kardinal Schönborn auch nach seiner
Emeritierung als Wiener Erzbischof bis jetzt für die katholischen
Ostkirchen zuständig. Eine feierliche liturgische Amtsübergabe von
Schönborn an Grünwidl wird im Herbst erfolgen.

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