Ein unsichtbares Netzwerk, das unser Land stützt
In einer Welt, die ständig nach vorne strebt, bleibt oft übersehen, was wirklich zählt: die Menschen und ihre Beziehungen. Doch am 18. Januar 2026 steht genau das im Fokus. Anlässlich des Internationalen Tages des Mentorings lenkt Mentoring Austria die Aufmerksamkeit auf die immense Bedeutung von sozialem Mentoring. Dieses Engagement geht weit über die bloße Unterstützung von Kindern und Jugendlichen hinaus. Es ist ein grundlegendes Instrument für den sozialen Zusammenhalt in Österreich, das Chancen für alle eröffnet.
Was ist soziales Mentoring?
Soziales Mentoring ist mehr als nur eine Patenschaft. Es ist ein strukturierter Prozess, bei dem erfahrene Individuen (Mentoren) ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Erfahrungen an weniger erfahrene Personen (Mentees) weitergeben. Das Ziel ist es, diese Mentees zu unterstützen und zu fördern, sei es in ihrer persönlichen Entwicklung, ihrer Karriereplanung oder in sozialen Belangen.
Historische Wurzeln des Mentorings
Die Idee des Mentorings ist so alt wie die Menschheit selbst. Bereits in der griechischen Mythologie wird Mentor, ein Freund von Odysseus, als derjenige beschrieben, der Telemachus, den Sohn des Odysseus, unter seine Fittiche nimmt. Diese uralte Praxis hat sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Bildungssysteme und Berufswege.
Die unglaubliche Wirkungskette des Mentorings
„Mentoring wirkt in alle Richtungen. Es wirkt für Mentees, Mentoren und die Gesellschaft als Ganzes“, betont Marianne Sorge-Grace, Geschäftsführerin von Mentoring Austria. Die Wirkung entfaltet sich dort, wo Menschen bewusst Zeit füreinander aufbringen und voneinander lernen. Dieses Konzept stärkt das Vertrauen in gemeinschaftliches Handeln und fördert den sozialen Zusammenhalt.
Ein Blick auf die Zahlen
In Österreich engagiert sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren freiwillig. Diese beeindruckende Zahl zeigt, wie tief verwurzelt das soziale Engagement in der österreichischen Kultur ist. Ljubica Župarić, Vorstandsvorsitzende von Mentoring Austria, hebt hervor, dass „die Arbeit unserer Freiwilligen die Basis für eine Zukunft bildet, in der jeder junge Mensch in unserem Land eine verlässliche Begleitung an seiner Seite haben kann.“
Vergleich mit anderen Ländern
Österreich steht im internationalen Vergleich gut da. In vielen Ländern ist soziales Mentoring noch weniger verbreitet, und die Strukturen sind oft nicht so stark ausgeprägt. Länder wie Schweden und die Niederlande haben jedoch ähnliche Engagement-Raten und können als Vorbilder dienen, wie Mentoring-Programme weiterentwickelt werden können.
Warum soziales Mentoring unsichtbar bleibt
Trotz der offensichtlichen Vorteile bleibt soziales Mentoring in Politik und Wirtschaft oft unsichtbar. Der Grund? Es ist strukturell zu wenig verankert. Das gesamtgesellschaftliche Potenzial von Mentoring-Programmen bleibt daher zu großen Teilen ungenutzt. Mentoring Austria setzt hier an und arbeitet unter dem Motto „Miteinander mehr Wirkung, Qualität, Sichtbarkeit“ daran, diese Lücke zu schließen.
Expertenmeinungen und Zukunftsausblick
Dr. Hans Müller, ein renommierter Soziologe, erklärt: „Wenn soziales Engagement strukturell gefördert wird, entsteht echte Wirkung. Unternehmen, die mit sozialen Mentoring-Programmen kooperieren, profitieren nicht nur durch die Förderung junger Talente, sondern auch durch die Stärkung der Diversität und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.“
Politische Zusammenhänge und Abhängigkeiten
Die politische Landschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Mentoring-Programmen. In Österreich gibt es bereits Initiativen, die versuchen, soziales Mentoring stärker in den Bildungs- und Sozialbereich zu integrieren. Doch es fehlt oft an finanzieller Unterstützung und politischem Willen. Eine stärkere Verankerung in politischen Programmen könnte das Potenzial dieser Programme weiter entfalten.
Ein Blick in die Zukunft
Mentoring Austria hat sich zum Ziel gesetzt, soziales Mentoring strategisch weiterzuentwickeln und langfristig in der österreichischen Bildungs- und Soziallandschaft zu verankern. Seit seiner Gründung im Jahr 2024 arbeitet der Dachverband daran, bestehende Initiativen zu bündeln, die Qualität zu stärken und die gesellschaftliche Wirkung sichtbar zu machen.
Wie Bürger profitieren
- Persönliche Entwicklung: Mentees erhalten wertvolle Unterstützung und Ratschläge, die ihre persönliche und berufliche Entwicklung fördern.
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Durch den Austausch von Erfahrungen und Wissen wird der soziale Zusammenhalt gestärkt.
- Wirtschaftlicher Nutzen: Unternehmen profitieren von der Förderung junger Talente und der Stärkung der Diversität.
Die Zukunft des sozialen Mentorings in Österreich sieht vielversprechend aus. Mit dem Engagement von Mentoring Austria und der Unterstützung der Bevölkerung könnte Österreich ein Vorreiter in Europa werden, wenn es darum geht, soziales Engagement in die Struktur der Gesellschaft zu integrieren.